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Polizeibilanz Weiberfastnacht 2009
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Im Großen und Ganzen zieht die Polizei in diesem Jahr eine eher ruhige Bilanz des "Altweiber-Donnerstags" im Kreis Gütersloh. Sicherlich kam es an verschiedenen Punkten in den Karnevalshochburgen ansatzweise zu Körperverletzungsdelikten, die überwiegend aufgrund von erhöhtem oder übermäßigem Alkoholkonsum entstanden, aber verstärkt eingesetzte Polizeikräfte aus Gütersloh und Bielefeld griffen überall schnell ein und verhinderten größere Auseinandersetzungen. Äußerst negativ aufgefallen ist das Verhalten eines Verkäufers in einem Rietberger Geschäft, der Alkohol an Jugendliche mit einem "Risikoaufschlag" für nicht durchgeführte Alterskontrollen verkaufte (siehe unterer Abschnitt: Jugendschutz).Kriminalität:
In Stukenbrock wurden nach Widerständen gegen Polizeimaßnahmen zwei Blutproben angeordnet, zwei alkoholisierte "Karnevalisten" wurden vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen. Die Beamten schrieben zwei Anzeigen wegen Beleidigungen und eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz.
In Rietberg hatten die Polizeikräfte mit zunehmender Dauer der Feierlichkeiten und des steigenden Alkoholkonsums mehrere Einsätze zu bewältigen. Insgesamt wurden zehn Anzeigen wegen Körperverletzungen, Diebstählen, Sachbeschädigungen und Widerstandes gegen Polizeimaßnahmen geschrieben. Bei diesen Einsätzen mussten acht Personen in Gewahrsam genommen, beziehungsweise vorübergehend festgehalten werden, 13 Platzverweise wurden ausgesprochen.
In Harsewinkel wurden lediglich der Diebstahl aus einer Handtasche und eine Sachbeschädigung angezeigt. Gleichwohl mussten hier die Polizeikräfte immer wieder vor den Eingängen zu übervollen Sälen und Zelten aufkommende Schlägereien schlichten.
Verkehr:
Auf dem Verkehrssektor sah es so aus, dass von Donnerstagabend (19.02./18.00 h) bis Freitagmorgen (20.02./06.00 h) kreisweit 150 Verkehrsteilnehmer überprüft worden sind. Bei 62 Fahrzeugführern wurden Alkotests durchgeführt.
Dabei fiel ein 47-jähriger Rollerfahrer aus Rheda-Wiedenbrück den Beamten gleich zweimal auf. Um 19.30 Uhr wurde er alkoholisiert auf seinem Roller angehalten. Eine Blutprobe wurde angeordnet und der Führerschein sichergestellt. Das hielt den 47-Jährigen aber nicht davon ab, sich gegen 23 Uhr erneut auf seinen Roller zu setzen und wieder, diesmal alkoholisiert und ohne Führerschein, durch die Gegend zu fahren. Um den Entschluss des Rheda-Wiedenbrückers zu bekräftigen, jetzt nicht mehr mit dem Roller zu fahren, wurde das Vehikel vorläufig sichergestellt.
Eine alkoholisierte Radfahrerin kam in Gütersloh zu Fall und musste zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Bei drei weiteren Verkehrsunfällen wurden Personen leicht, bzw. geringfügig verletzt.
Jugendschutz:
Gegen 17.00 Uhr wurden ein 14-Jähriger und ein 16-Jähriger beim Verlassen eines Geschäftes in Rietberg im Rahmen einer gemeinsamen Jugendschutzkontrolle mit dem Ordnungsamt von zwei Polizeibeamten kontrolliert. Sie führten Spirituosen mit sich, die ihnen entgegen der Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes verkauft wurden und erst ab einem Alter von 18 Jahren hätten verkauft werden dürfen.
Nach den ersten Ermittlungen hatte der Verkäufer keine Alterskontrolle durchgeführt und dafür von den Jugendlichen einen Risikoaufschlag von 10 % der Verkaufssumme verlangt. Hier wurde offenkundig nicht unabsichtlich oder aus Unwissen gehandelt, sondern vorsätzlich ein Geschäft auf Kosten der Gesundheit junger Menschen gemacht und die möglichen Folgen wie Unfallgefahren oder alkoholbedingte Kriminalität in Kauf genommen.
Bestätigt sich das im eingeleiteten Verfahren des Ordnungsamtes, wird das Bußgeld entsprechend hoch ausfallen. Das Jugendschutzgesetz droht Bußgelder in Höhe von bis zu 50 000 Euro an. Es wird auch zu prüfen sein, ob das Gewerbe vom Inhaber weiter ausgeübt werden darf. Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben. Bitte melde dich an oder registriere dich. Powered by Neuenkirchen! |